20.09.2007 08:06:29
DUBLIN (ots) IBM übersetzt künstliche Umgebung in Sprache und Geräusche. Mit Hilfe einer neuen Software sollen sich blinde Menschen bald problemlos in virtuellen Welten fortbewegen
Freizeittip: Ein außergewöhnliches Abendessen im Dunkeln bietet das Dinner in the dark im Dunkelrestaurant in Wien
können. Das Extreme-Blue-Forschungsteam von IBM hat ein
System entwickelt, das künstliche Umgebungen für sehbehinderte Menschen in Sprache und
Geräusche übersetzt. "Ich halte das nicht nur für ein Experiment. IBM hat bereits in der Vergangenheit sinnvolle Anwendungen für blinde
Menschen auf den Markt gebracht, deshalb ist auch diese Entwicklung zu begrüßen", zeigt sich Klaus Martini, Präsident des Österreichischen Blindenverbandes
(ÖBSV), gegenüber pressetext optimistisch.
Im Rahmen des Extreme-Blue-Projekts stellt IBM Gruppen von Studenten zusammen, die zwölf
Wochen lang Zeit haben, an einer Problemstellung zu arbeiten. Das Projekt Accessibility in Virtual Worlds des vierköpfigen Teams aus Irland zeigte sich als so
vielversprechend, dass die Entwicklung bereits an das IBM Human Ability and Accessibility Centre in Texas weitergegeben wurde. Die Studenten
programmierten eine Audio-Version einer virtuellen Welt, in der dreidimensionaler Sound ein Gefühl der künstlichen Umgebung vermitteln soll.
"Wenn der Nutzer die Welt betritt, werden vorhandene Gegenstände und deren Position
beschrieben", erklärt Colm O'Brien, einer der Entwickler, gegenüber BBC. "Außerdem sind Geräusche eingebunden - wenn man neben einem Baum steht, dann rascheln
die Blätter." Gespräche in integrierten Chats werden durch Sprachausgabe hörbar gemacht. Die angehenden Wissenschaftler wählte als Basis für ihr Projekt die
Plattform Active Worlds und nicht das populärere Second Life. Grund dafür sei gewesen, dass Active Worlds Programmierern größere Freiheiten
erlaube.
"Wir glauben, dass virtuelle Welten den nächsten großen Fortschritt im Internet darstellen
und es wäre nicht richtig, blinde Menschen davon auszuschließen", so O'Brien. Andere technische Hilfsmittel hätten den Zugang zum Internet für blinde Menschen
bereits sehr erleichtert, bestätigt Martini. "Es gibt Software, die den Bildschirminhalt vorliest bzw. über die Breilzeile ausgibt. Diese Systeme
funktionieren inzwischen sehr gut, vorausgesetzt die betreffende Website besteht nicht ausschließlich aus Grafiken."
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